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Maria Luisa Belleli

Maria Luisa Belleli wurde am 6. April 1909 in Ferrara geboren, als Tochter einer Mutter aus Ferrara und eines Vaters aus Venedig. Die Familie lebte in Venedig und sie wurde dorthin gebracht, als sie erst zwei Monate alt war. Die Stadt ihrer Geburt wurde später, solange ihre Großeltern mütterlicherseits lebten, zum Ziel suggestiver Aufenthalte, dank Ariosto, der Renaissance-Atmosphäre und den alten jüdischen Familientraditionen. Er verbrachte seine Kindheit und den größten Teil seiner Jugend in Venedig. Nachdem sie ihre klassischen Studien mit großer Leidenschaft absolviert hatte, schloss sie ihr Studium der Literatur an der Universität Padua ab und diskutierte mit Diego Valeri eine Dissertation über die Modernität von Montaigne, die später von Formiggini in Rom veröffentlicht wurde. Ihr Meister erkannte bald die Neigungen der Schülerin und ermutigte sie, nicht nur ihre Studien der französischen Literatur fortzusetzen, sondern auch ihre poetische Berufung zu entwickeln und zu bereichern, wovon sie bereits die ersten Beweise zu schätzen wusste. Und ihrem Meister ist Belleli, was sehr selten ist, immer treu geblieben, mit Ausdrücken der Wertschätzung, Zuneigung, fleißiger Mitarbeit, ihm auch drei Aufsätze widmend: Le parentesi di Valeri, Diego Valeri poeta in prosa, Diego Valeri Übersetzer und Dichter auf Französisch.
Belleli und ihre Familie, die sich inzwischen in Rom niedergelassen hatte, wurden von den Rassengesetzen des Faschismus überrollt und mussten ihre Lehrtätigkeit, der sie sich widmen wollte, abrupt unterbrechen und nach Paris flüchten. Nach Ausbruch des Krieges und der Kapitulation Frankreichs kehrte sie nach Italien zurück und lebte eine Zeit lang versteckt bei einer befreundeten Familie in der Toskana. Nach dem Krieg nahm sie ihre Tätigkeit als Lehrerin an Gymnasien wieder auf, mit einem Lehrstuhl zunächst in Siena, dann in Rom, Madrid, Paris und wieder Rom. 1965 wurde sie von Professor Mario Bonfantini auf den Lehrstuhl für französische Sprache und Literatur am Magistero der Universität Turin berufen und ist mittlerweile als Essayistin im Bereich der französischen Literatur bekannt. Und in Turin setzte sie ihre Lehrtätigkeit bis 1979 fort, obwohl Rom ihre Heimat blieb. In der Zwischenzeit waren zwei Bände mit Lyrik erschienen: Silenzio in cielo (Florenz, Vallecchi, 1947) und Se mai rinascerò (Florenz, Vallecchi, 1957). Die erste hatte einen außergewöhnlichen Verfechter, den Dichter Aldo Palazzeschi, der Belleli 1934 in Venedig getroffen hatte. Aus dieser Begegnung erwuchs auch eine dauerhafte Beziehung der Wertschätzung und Freundschaft, von der ein später veröffentlichter Briefwechsel zeugt: Sotto il magico orologio. Carteggio 1935-1974 Aldo Palazzeschi e Maria Luisa Bellelli (Lecce, Pietro Manni ed., 1987). Später fügte sie die Sammlungen hinzu: La festa prevedibile (Florenz, Nuove Edizioni Vallecchi, 1983), mit einer Einführung von Luigi Baldacci, Pozzale-Luigi Russo Preis 1984; und, auf halbem Weg zwischen Übersetzung und poetischer Schöpfung, Apollinaire, Le Bestiaire, Text, Übersetzung in italienische Verse und eine Imitation Herbarium (Rom, Bulzoni, 1983). Gedichte von Belleli sind in Zeitungen und Zeitschriften in Italien, Frankreich und Griechenland erschienen; sie wurden auch ins Deutsche und Niederländische übersetzt.
Ihre kritische Tätigkeit war fast ausschließlich der französischen Literatur gewidmet, vor allem des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts, wie aus dem Band mit verschiedenen Studien Il sole nero dei poeti (Caltanissetta-Roma, Sciascia, 1975) hervorgeht. Unter den zahlreichen Veröffentlichungen sind zumindest erwähnenswert: G. De Nerval, Prosa und Poesie, Auswahl, Einführung und Kommentar (Turin, Giappichelli, 1968); H. De Balzac, Eugenia Grandet, Übersetzung, Einführung und Anmerkungen (Rom, Curcio,1969); E. Ionesco, Rhinocéros, Text, Einleitung und Anmerkungen (Turin, SEI, 1972); A. Camus, Récits et Témoignages, Einleitung, Textauswahl und Anmerkungen (Turin, SEI, 1974); Invito alla lettura di Proust (Mailand, Mursia,1976); Il Nouveau Théâtre, in Letteratura francese contemporanea, vol. II (Rom, Lucarini, 1982). Er übersetzte viele Gedichte französischer Dichter, Lamartine, Vigny, Musset, Rimbaud, Verlaine, Mallarmé, Laforgue u.a., wobei er der Übersetzung von Lyrik besondere Aufmerksamkeit schenkte und auch zwei Artikel zu diesem Problem schrieb. Ihr Interesse an vergleichenden Studien zeigt sich in ihren Aufsätzen über Proust und Nerval sowie über Palazzeschi und Apollinaire.
Sie starb 1992 in Rom.

Im Archiv des Studienzentrums “Guido Gozzano – Cesare Pavese” werden Dokumente, Papiere und Bücher der Schriftstellerin aufbewahrt, ein Geschenk der Professorin Valeria Gianolio, ihrer Nachlassverwalterin. Das Material, das gerade neu geordnet und katalogisiert wird, war Gegenstand verschiedener Studien und Publikationen.

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